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Johannes sieht wieder Licht

Thomas Struth

Obdachlose fotografieren Düsseldorf von unten von SUSKA DÖPP DÜSSELDORF.

Am besten gefällt Johannes das Bild von der schwangeren Frau. "Weil es so positiv ist." Eine große Kugel unter einer roten Bluse, die sich vor den Sucher seiner Kamera geschoben hat. Von schräg unten der Blick in das Gesicht der Frau, die ihre Haare hinters Ohr streicht und auf Johannes herablächelt.

Früher hat Johannes Klein selbst auf alle runtergeschaut. Aus der 1,90 m Perspektive. Da war er noch Maschinenbauer, später Seemann, und ist um die ganze Welt gereist. Jetzt kommt Johannes nicht mehr so viel herum. Meist ist er auf dem Carlsplatz, Ecke Benrather Straße in Düsseldorf und verkauft das Obdachlosenmagazin "fiftyfifty". Und seit er vor zwei Jahren in den Rollstuhl musste, blicken plötzlich alle auf ihn herab. Das sieht man auch auf seinen Bildern. Eine Welt aus der Bauchnabelperspektive hat Johannes aufgenommen, als ihn Hubert Ostendorf von der Obdachloseninitiative „fiftyfifty“ und der Fotograf Thomas Struth einluden, bei dem Projekt "Obdachlose fotografieren Passanten" mitzumachen.

Vor zwei Jahren, als er nach 12 Operationen knapp mit dem Leben davon kam, hat Johannes beschlossen, dass die Welt schön sein kann - auch wenn man querschnittsgelähmt, drogenabhängig und obdachlos ist. Seither richtet er sein Auge lieber auf die positiven Dinge: auf die schwangere Frau, die so nett lächelt, auf seine hübsche Lieblingskundin, die ihm ab und zu etwas zum Anziehen mitbringt. Jetzt hängen die Bilder von Johannes zusammen mit den Fotos von elf anderen Verkäufern des Obdachlosenmagazins an den Wänden der fiftyfifty-galerie im Düsseldorfer Arbeiterstadtteil Eller.

50 Mappen mit jeweils einem Bild jedes Fotografen plus drei Werken von Struth sind für je tausend Euro zugunsten der Obdachlosenhilfe verkauft worden. Natürlich weiß Struth, dass sein Name auf der Einladungskarte der Galerie eine Wirkung hat wie ein Auftritt von Joe Cocker bei einem Benefizkonzert. Und dass viele Leute die Foto-Mappe nur kaufen, weil sie einen echten Struth wohl nie wieder so billig kriegen werden. Das nehme er in Kauf, sagt der Künstler.

Er wolle eben mit seinen Mitteln etwas tun. Möglichst viel Geld zusammenbringen und "die Grenze der Vorbehalte gegenüber Obdachlosen überschreiten, über deren Leben wir nichts wissen". Johannes sieht jetzt endlich wieder Licht - weil er das Methadonprogramm durchhält und Unterschlupf bei Franziskanerbruder Matthäus Werner gefunden hat, der mit dem Geld von fiftyfifty Leute von der Straße holt. Das Geld, das durch die Ausstellung (bis 30. September zu sehen) zusammenkommt, fließt in den Bau eines Heims für chronisch kranke Obdachlose.

 

 

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